Freitag, 5. Oktober 2018
Herbstbeginn
Während wir in der Pizzeria essen, können wir aus dem Fenster beobachten, wie eine Angestellte die Sommerbepflanzung aus den Kästen der Terrasse ausgräbt und Stück für Stück im Auto verstaut. Vielleicht möchte sie die Stauden in einem kühlen Keller überwintern lassen.
Donnerstag, 4. Oktober 2018
Kontraste
Auf dem Frankfurter Flughafen warte ich auf die Anzeige des Gates, um durch die passende Sicherheitskontrolle zu gehen. Gegenüber der Shop von Victoria's Secrets mit Luxusunterwäsche und Beauty-Artikeln, die einige wohlhabende Damen begutachten. Neben mir ein Abfalleimer, der in der kurzen Zeit von einem halben Dutzend Flaschensammlern untersucht wird.
Mittwoch, 3. Oktober 2018
Dombesucher
In den Dom von Riga zieht eine kleine Prozession ein: vorneweg eine Erzieherin, die ein Seil hält, hinter ihr acht sehr junge Kinder, noch nicht sehr sicher auf ihren Beinchen. Sie halten sich brav an den ins Seil geknüpften Halteschlaufen fest. Eine andere Kindergärtnerin folgt mit dem Ende des Seils. Im Kreuzgang angekommen, dürfen sie loslassen und spielen mit den Steinchen dort und betrachten voller Freude die Blumen, zwei halten sich an Bällen fest.
Montag, 1. Oktober 2018
Wo liegt Riga?
Aus jeder Bar dringt mehr oder weniger laute Musik, während man durch die Kungu iela läuft. Gleichzeitig hört man "My heart ist in Havanna" und Smetanas "Moldau", so dass ich kurz überlegen muss: wo bin ich gerade?
Samstag, 11. August 2018
fehlende Zähne
Am Strand von Pedra do Sal wird es langsam Abend. Trotzdem sind noch viele im Wasser und springen über die Wellen. Etwas abseits sitzt auf den Felsen eine stolze Großmutter mit ihrer zehnmonatigen Enkelin und schaut dem Treiben auf dem Strand zu. Da nähert sich den beiden der Großvater, und das kleine Mädchen beginnt zu zappeln und zu strahlen, genau wie ihr Opa. Und genau wie er hat sie nur ganz wenige Zähne im Mund.
Freitag, 10. August 2018
Feinschmecker
Im Hafen von Camariñas komme ich mit einem passionierten aber erfolglosen Fischer ins Gespräch, weil ich wissen möchte, wie die großen Fische im Hafenbecken heißen. Er berichtet mir, dass die Einheimischen sie "mújeles" nennen. Leider scheinen sie richtige Feinschmecker zu sein, denn alle Köder, die er ihnen schon vor die Nasen hängte, verschmähten sie. In drei Jahren hat er nur zwei Fische gefangen. Immerhin hat aber eine geduldige Frau bei ihm "angebissen", die sein Hobby mit trägt.
Donnerstag, 9. August 2018
Man spricht Deutsch
Am Ende unseres Reisetags kehren wir in die Pizzeria von Vimianzo ein, die so etwas wie der örtliche Treffpunkt zu sein scheint. Eine sehr lebhafte junge Kellnerin bedient uns und kramt höflich die Reste ihres Schuldeutschs hervor, viel mehr als "Guten Abend" und "bitte" und "danke" weiß sie nicht mehr. Sie erklärt (auf Spanisch), der Unterricht sei leider nicht so praktisch ausgerichtet gewesen. Was fehlt, macht sie mit ihrer Ausstrahlung, Energie und ihren Gesten aber zweimal wett.
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